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Argentinien und die Heimreise
Von Feuerland über Patagonien nach Buenos Aires
5.3.2001 - 28.3.2001
Bevor ich von Ushuaia nach 10 Monaten wieder nach Norden fuhr, habe
ich mir noch Feuerland angeschaut. Während der östliche
Teil, wie auch in Patagonien, flach und baumlos ist, ist die Umgebung
von Ushuaia sehr schön. Im Westen liegt der wunderschöne
Tierra del Fuego National Park. Dort endet auch die Ruta 3 und auf
einer großen Tafel steht noch 3240 km nach Buenos Aires und
über 17000 km nach Alaska. Davor ist natürlich ein Foto
mit Motorrad pflicht. In dem Park habe ich dann noch den 971m hohen
Guanaco bestiegen, da es von Meereshöhe aus ging und der Weg
meistens sehr steil war, wurde es eine anstrengende Angelegenheit,
aber es hat sich gelohnt. Von oben hat man einen herrlichen Rundblick
über die umliegende Landschaft, man schaut über die schneebedeckten
Berge, Flüsse, Seen, Meeresarme und bis nach Ushuaia. Dort
oben lag noch etwas Neuschnee und das im Spätsommer, obwohl
Ushuaia ungefähr auf dem selben Breitengrad wie Hamburg liegt.
Was der kalte Humboldt-Strom so alles bewirkt. Ferner habe ich mir
die älteste Estancia Haberton auf Feuerland angeschaut, dort
gab es mal eine große Schafzucht, aber durch den niedrigen
Wollpreis lohnt es sich wohl nicht mehr. Die 3240 km nach Buenos
Aires stimmen nicht ganz, da die ca. 250 km, die man auf Feuerland
noch durch Chile fahren muß, nicht mitgerechnet wurden. Also
nur 3500 km, wenn man von Köln 3500 km Richtung Süden
fahren würde, käme man irgendwo in Afrika raus. In Patagonienen
bekommen die Entfernungen eine ganz andere Dimension, dort kann
man die Weite der Landschaft hautnah erleben. Dies ist dann auch
das einzig faszinierende an der Ruta 3, ansonsten belegt sie wohl
einen Spitzenplatz unter den Top 10, der langweiligsten Straßen
der Welt. Was soll man also schreiben, außer das der Osten
von Patagonien öde, flach, baumlos usw. ist, aber es gibt noch
ein paar nette Abstecher. [top]
Ushuaia liegt in Argentinien, aber man kommt nur über Chile
zum Argentinischen Festland rüber. Die Grenzformalitäten
gingen schnell und die 10 minütige Fährüberfahrt
zum Festland rüber war sogar umsonst. Am nächsten Morgen
bin ich dann zum fünftenmal nach Argentinien eingereist und
dann ging es nur noch geradeaus auf guter Teerstraße begleitet
von dem berühmten, starken Patagonischen Seitenwind. Öfters
sind man große Tafeln auf denen steht "Islas Malvinas
son Argentina" - "die Falklandinseln sind Argentinien",
außerdem gibt es noch Denkmäler für die Helden des
Falklandkrieges von 1982. Zum Glück wird da ganze jetzt politisch
ausgetragen. Ein sehr interressanter Abstecher, über eine 50
km lange Schotterpiste, führt zum National Monumet Bosques
Petrificados. Dort sieht man die größten versteinerten
Baumstäme. Vor Millionen vor Jahren, als es die Anden noch
nicht gab, befanden sich in Patagonienen noch große Waldflächen.
Über die Zeit wurde das Holz zu Stein. Einige Reste liegen
dort noch rum und es ist wirklich faszinierend Baumstäme zu
sehen die hart wie Stein sind. Auf halber Strecke in Trelew gib
es noch ein schönes Museum über Dinosaurier, die hier
mal vor ein paar Jahren gelebt haben und im Narbarort Gaiman gibt
es einen Garten, wo ein Künstler einen riesigen Garten aus
Blechbüchsen geschaffen hat, auch eine nette Art von Recycling.
[top]
Etwas nördlich liegt die Halbinsel Valdez, sie ist bekannt
wegen der Tierwelt an den Steilküsten. Ab dort wurde es endlich
wieder sommerlich warm und ich konnte endlich das Winterfell aus
der Jacke schmeissen und wieder ohne Griffheizung fahren. Eine 250
km lange Schotterpiste führt im Kreis um die Halbinsel und
ist an sich öde. Aber man sieht viele Nandus (etwas kleiner
als der Strauß in Afrika), Guanacos, Füchse und an den
Küsten See-löwen und -elefanten. Zur richtigen Zeit sieht
man vor der Küste auch viele Wale, ich konnte nur die Flossen
ein paar Orcas sehen. In Sierra Grande, noch über 1000 km südlich
von Buenos Aiers, hat das Tanken zum letztenmal Spaß gemacht.
Wegen einer Steuerbefreiung kostet Benzin im Süden Argentiniens
nur 46 - 60 Cent, also nur etwas über eine Mark. Im Norden
macht das Tanken bei 1,1$ keinen Spaß mehr und das noch mal
2,2, da ist Tanken ist Deutschland ja noch richtig billig.
300 km südlich von Buenos Aires in Azul ist der Motorradclub
"La Posta del Viajero en Moto" ein beliebter Treffpunkt
von Motorradreisenden. Ich wurde von Jorge freundlich empfangen
und über der Tür stand auf deutsch "Motorradreisende
Herzlich Willkommen". An den Wänden und im Gästebuch
konnte ich viele Einträge von Motorradreisende aus aller Welt
finden und einige davon kannte ich auch. Dort konnte ich dann auch
umsonst übernachten und am nächsten Morgen ging es dann
auf die allerletzte Etape nach Buenos Aires. [top]
Der Name Buenos Aires (Gute Luft) kommt nicht von der guten Luft,
obwohl die wegen dem frischen Wind vom Meer, für eine so große
Stadt relativ gut ist, sondern von Seefahren die früher hier
meistens guten Wind hatten. Zufälligerweise habe ich viele
hier wiedergetroffen die ich auf der Reise getroffen habe und so
traffen wir uns noch öfters. Bei Daniel, der in Buenos Aires
lebt und den ich auf Feuerland traf, konnte ich noch übernachten
und sein Swimmingpool im Garten testen, weil es noch recht heiß
war. Ihn traf ich noch öfters und einige die bei Hochtief und
BMW arbeiteten oder ein Praktikum machten und andere Reisende. So
haben wir bei Frauke und Robert, die ich auf der Carretera Austral
traf, zu 9 Leuten gut gekocht, zweimal waren wir für 8 $ bei
einem königlichen "all you can eat" und auf einer
Party usw. und ansonsten gibt es auch noch jede Menge guter Kneipen.
Im Kino war ich auch mal wieder, kein Problem weil die meisten Filme
alle auf Englisch mit Spanischem Untertitel sind. Auch die hohen
Benzinpreise halten keinen vom Autofahren ab, auch wenn noch alte
Kisten mit einem Verbrauch von gut und gerne 20 l/100km rumfahren.
Im Umkreis von Buenos Aires leben über 10 Millionen Menschen
und die Straßen sind fast rund um die Uhr verstopft. Da es
eine Helmpflicht für Mopedfahrer gibt, aber keiner einen tragen
will, haben alle einen dabei. Entweder nur bis zur Stirn auf dem
Kopf oder über dem Arm. Da kann man sich wenigsten auch noch
den Arm brechen. Ich habe in einem Hotel im netten Stadteil San
Telmo nahe des Centrums gewohnt, dort wurde ich sehr an Paris erinnert.
Im Stadtzentrum sieht es mehr aus wie in Europa und das Argentinien
z.Z. in einer schweren wirtschaftlichen Krise steckt merkt man kaum.
Die Slums, die es mittlerweile auch hier gibt, sind gut versteckt
und man sieht nur relativ wenig Bettler. Auch fuer uns ist hier
alles sehr teuer, weil der Peso 1:1 zum Dollar festgeschrieben wurde.
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Am 20.3 habe ich wehmütig mein braves Moped nach über
51000 treuen km zum Flughafen gebracht, es wurde nach Köln
geflogen mit LH-Cargo. Ich bin dann am 28.3.2001 mit Varig über
Sao Paulo und Frankfurt nach Köln geflogen. Bis zur Abreise
habe ich es mir hier noch gut gehen lassen. Aber wenn es am schönsten
ist soll man ja gehen. Und dann freut es ich mich natürlich
alle Freunde, Bekannten, Verwandten und den Dom wiederzusehen und
wie ein Kölsch schmeckt wußte ich auch schon nicht mehr.
Die wunderschöne Zeit auf der Reise werde ich auf jeden Fall
vermissen. Glücklicherweise hatte ich keine größeren
Probleme und habe viele nette Leute auf der Reise getroffen. Die
meisten Einheimischen waren sehr gastfreundlich, das würde
man sich in Deutschland auch mehr wünschen. Aber da auch in
Deutschland nicht alles so schlecht ist und es auch dort nette Leute
gibt, freue ich mich auch mal wieder heimzufahren.
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| Ushuaia, südlichste Stadt Argentiniens |
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